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BESSY • The ideal microscope for space and time

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Benjamin Palmer und Nir Funt bei Bessy: Von der Natur lernen

Die beiden Chemiker Benjamin Palmer und Nir Funt vom israelischen Weizmann Institute of Science sind auf dem Gebiet der Biomineralisierung tätig und kamen als Nutzer an den Elektronenspeicherring BESSY II. Sie erforschen, wie Pflanzen und Tiere harte, mineralisierte Teile wie zum Beispiel Zähne, Knochen, oder Panzer herstellen und nutzen. Besonders interessiert sind die beiden daran, wie manche Organismen Kristalle für ganz bestimmte optische Effekte nutzen, so zum Beispiel die glänzenden kristallinen Schuppen einiger Fische, mit denen sie sich gut tarnen können. Sie bewegt die Frage: „Wie schafft es die Natur, solch ausgeklügelte Kristalle herzustellen und was können wir davon lernen?“

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Um dies zu beantworten, müssen die beiden die Natur ins Labor holen und untersuchen. Und tatsächlich waren Benjamin Palmer und Nir Funt zu ihrer Messzeit bei BESSY II mit drei silberglänzenden Kois angereist, die im MXBiolabor ihr eigenes kleines Aquarium bewohnten. Am EDDIStrahlrohr untersuchten sie die Schuppen der Kois und die Struktur der darin enthaltenen GuaninKristalle.

„Auch wenn es einiges an Aufwand bedeutet, lebendige Fische zu transportieren und zu halten, ist es den Aufwand wert“, so Benjamin Palmer. Denn um ein korrektes Abbild der komplexen Funktionen zu erhalten, mussten die beiden Forscher unmittelbar vor dem Messvorgang den Kois einige wenige Schuppen entnehmen. Nur so lassen sich die Kristalle mit ihren optischen Effekten realistisch untersuchen. Die Forscher hoffen nun, damit wieder einem faszinierenden Geheimnis der Natur auf die Spur zu kommen.