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BESSY • The ideal microscope for space and time

business as (un)usual

authored 9 months ago:

(Immer wieder) zu Gast bei Bessy: Heiko Peisert

Der Chemiker Heiko Peisert kommt seit über 20 Jahren an den Elektronenspeicherring nach Berlin und das nicht ohne Grund: Er schätzt, dass sich die Photonenquelle immer weiterentwickelt und ihm neue, interessante Experimente ermöglicht. Heiko Peisert leitet eine Arbeitsgruppe für "Physikalische Chemie" an der Universität Tübingen.1995 kam der Forscher zum ersten Mal an den früheren Speicherring BESSY I im Berliner Stadtteil Wilmersdorf, um für seine Promotion an der Universität Leipzig zu messen. Auch den Aufbau von BESSY II hat er miterlebt, als es in Adlershof nur "grüne Wiese" gab.

peisert

Foto: privat

Seitdem habe sich viel getan, meint Peisert. Und immer wieder Neues zu entdecken: Im Sommer 2015 untersuchte Heiko Peisert organische Moleküle an der BESSY II-Beamline PM4 und durfte das Instrument nach dem jüngsten Upgrade als einer der ersten Forscher benutzen. Peisert freute sich dabei ganz besonders auf den neuen Analysator ARTOF. Dadurch sei die Strahlenbelastung der Proben viel geringer geworden. Ein enormer Vorteil, denn organische Moleküle sind sehr empfindlich. Bei anderen Instrumenten werden die Proben aufgrund der Strahlenbelastung bereits nach 10 bis 20 Minuten beschädigt. Dank ARTOF konnte sein Team auch nach mehreren Stunden keine Schäden an den Molekülen beobachten. »So haben wir beispielsweise mit ARTOF neue Möglichkeiten, können aber weiterhin konventionelle Methoden anwenden«, so der Forscher.

Doch was sind das für Moleküle, die Peisert erforscht? Die Stickstoff-Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen nennen sich Phthalocyanin und können in ihrer Mitte ein Übergangsmetall aufnehmen. Dabei entstehen Wechselwirkungen zwischen Substrat, Phthalocyanin und Metallen, die Peisert erforscht. Interessant sind diese Erkenntnisse für organische Solarzellen, LEDs oder auch für die Spintronik.