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BESSY • The ideal microscope for space and time

Klangkunst für BESSY-VSR

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Mit Klangkünstler Sharma unterwegs durch BESSY II, TEIL 1

Gerriet Sharmas kleines Reich liegt am Zacken 3 des Elektronenspeicherrings. Es besteht aus einem Schreibtisch und einen Stuhl: Mehr braucht er an seinem neuen Arbeitsplatz nicht. Konzentriert sitzt er am Laptop, so wie viele Wissenschaftler an diesem Morgen im Ring. Doch Sharma ist kein Forscher. Er ist Klangkünstler und Komponist – und BESSY II ist Inhalt und Kulisse für sein neustes Werk.

schreibtisch

Schräg gegenüber steht sein wichtigstes Werkzeug: ein Ikosaeder-Lautsprecher, in letzter Minute fertiggestellt vor seinem Einsatz bei BESSY II. Das ist ein Gebilde aus zwanzig gleichseitigen Dreiecken, jedes bestückt mit einem integrierten Lautsprecher. Dieser Ikosaeder-Lautsprecher ist das Herzstück Sharmas Arbeit. Er kann Töne dreidimensional wiedergeben; sie klingen wie holografische Töne im echten Raum. Sharma erklärt: "Bei geschlossenen Augen fühlt es sich so an, als stünde die Geigerin im Raum direkt vor dir. Das ist ganz anders als die Musik, wie man sie aus der Stereoanlage kennt.“

Genau darum geht es dem 42-Jährigen: Sein Klangwerk soll mit allen Sinnen wahrnehmbar sein. Er vergleicht es mit einem Konzert in der Philharmonie. Das Konzert-Erlebnis entsteht nicht durch die eigentliche Musik, sondern ist eine Interaktion von Raum, Orchester und Publikum. Dieses „Mehr als Musik“ erlebbar zu machen, ist Sharmas Anliegen.

Wir treffen den Künstler also am Zacken 3. (So nennen die HZB-Insider die Stellen, wo die Strahlrohre in die Experimentierhalle geleitet werden.) Heute will Sharma Töne für sein Klangwerk im Speicherring einsammeln und wir begleiten ihn. Sharma trägt einen Drei-Tage-Bart, Brille, schwarze Jeans und einen schwarzen Blouson. Sein Equipment passt in eine kleine Lederumhängetasche. Darin bewahrt er Mikros und Aufnahmegeräte auf, die Sennheiser-Kopfhörer hängen im Nacken.

Sharma wird vom HZB-Mitarbeiter Ingo Müller durch den Speicherring geführt. Vorbei geht es an der Technikhalle mit den vielen Pumpen. „Das ist der vielleicht lauteste Ort an BESSY II“, erläutert Müller. „Darf ich da rein?“, fragt Sharma. Und schon ist er verschwunden…

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