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BESSY • The ideal microscope for space and time

Klangkunst für BESSY-VSR

authored 2 years ago:

Akustische Skulpturen von Gerriet K. Sharma

Wie lassen sich naturwissenschaftliche Konzepte, die Physiker beim Betrieb des Elektronenspeicherringes BESSY II nutzen, auf künstlerische Komposition und Klangkunst übertragen?

Diese Frage hat den Klangkünstler Gerriet K. Sharma ganz besonders fasziniert. Gemeinsam mit Physikern aus dem HZB-Institut für Beschleunigerphysik arbeitet er seit Frühjahr 2016 daran, ein außergewöhnliches Klangkunstprojekt umzusetzen. Nach mehreren Monaten intensiver Arbeit wird der Künstler voraussichtlich im Sommer 2017 sein Werk aufführen.

Inspiriert zu dieser Arbeit hat ihn das Ausbau-Projekt BESSY VSR. Physiker vom HZB wollen die Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II zu einem variablen Pulslängen-Speicherring ausbauen. Als erstes Beschleunigerteam weltweit. An jedem Messplatz des Speicherrings sollen dann lange oder kurze Lichtpulse je nach Bedarf verfügbar sein. Das ermöglicht es, interessante und neue Fragestellungen in der Energie-Material-Forschung zu untersuchen.

In dem Kunstprojekt werden sich dieses neue Konzept des Elektronenspeicherrings mit zugleich kurzen und langen Pulsen und die klangkünstlerische Gestaltung eines neuen räumlichen Hörerlebnisses begegnen.

Die Wissenschaftler können durch das Klangprojekt die physikalischen Konzepte akustisch neu erfahren. Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft ist in diesen Fall offensichtlich. Beide arbeiten mit Schwingungen, Frequenzen, Ampituden und Überlagerungen nur mit unterschiedlichen Medien.

Der künstlerische Produktionsprozess in seiner engen Anbindung an die Arbeit der Wissenschaftler und an verschiedenste akustische „Materialien“ des Elektronenspeicherringes erzeugt eine Spannung zwischen realem Klangmaterial, physikalischen Effekten und freier Komposition. Das Ergebnis verspricht ein ungewöhnliches Experiment und ein außergewöhnlicheres 3D-Hörerlebnis zu werden.

Text: K. Berthold et al.